Aus der TABE geplaudert … ein Stimmungsbild

06. Juni 2019

13:35: Von oben muss es aussehen wie ein Ameisenhaufen mit wild hin- und her laufenden kleinen Tierchen, wenn der Unterricht schließt und die Schüler in die Pause gehen. Eine schrillende Glocke gibt es ja schon lange nicht mehr, doch die Schüler erreichen mit dem Lärmpegel, den sie von sich geben, eine ähnliche Lautstärke.

13:40: Die Tabe-Lehrer des Tages holen die Schüler ab, um mit ihnen in die Postkantine essen zu gehen. Der Bewegungsdrang der Schüler ist groß, der Hunger ebenso, daher lässt man sich nicht viel Zeit für die Wegstrecke. Bitte keine Suppe, aber Huhn mit Reis mit doppeltem Nachtisch; Bitte Spaghetti Bolognese ohne Sauce, aber dafür 3 x Vanillepudding mit Himbeersaft. Man versucht, allen Wünschen gerecht zu werden. Gespräche von höchster Wichtigkeit werden lautstark geführt …

14:30: Wieder in der Klasse. Die Hausübungsstunde beginnt. „Gott sei Dank bin ich in der Tabe. Wenn ich nicht weiß, was wir aufhaben, kann ich immer die anderen fragen. Außerdem hab ich meine Hefte und Bücher in der Schule, dann hab ich nicht das Problem, dass ich eine Hausübung nicht machen kann, weil ich meine Sachen vergessen hab“, meint ein Schüler aus der 1d. „Wenn ich mich nicht auskenn, dann frag ich entweder die anderen aus der Klasse, die mir helfen, oder die Lehrer“, fügt ein zweiter hinzu. „Wenn alle Hausübung machen und man sowieso in der Klasse sitzen und leise sein muss, dann macht man auch etwas für die Schule. Zuhause ist das viel schwieriger, weil es so viele Ablenkungen gibt…“, sind sich weitere einig. Auch kämen sie sich „blöd“ vor, wenn die Lehrer ständig die Runde machen und sie immer noch nichts getan hätten.

Manche Tabe-Schüler hängen an die erste Hausübungsstunde gleich noch eine dran, entweder weil die Hausübung nicht fertiggestellt werden konnte oder weil sie für Schularbeiten oder Tests lernen müssen. „Die zweite Lernstunde finde ich manchmal gut, weil die Gruppe dann noch kleiner ist und ich die Lehrer dann viel fragen kann, wenn ich was nicht verstehe. Das ist fast wie Nachhilfe“, erzählt ein Schüler, dessen Eltern Nachhilfe nicht bezahlen könnten.

15:20: Aufbruch in alle Richtungen. Die einen in Richtung Turnsaal, schnell umziehen, aufwärmen, eine gut gelaunte Fr. Prof. Klingelmayr ist schon mit dem Aufbau der Geräte beschäftigt. „Der schönste Tag der Woche ist der Donnerstag, da haben wir Geräteturnen in der TABE. Die Klingelmayr mag irgendwie jeder “, erklärt eine Erstklasslerin. Balance bei der Waage am Schwebebalken, Felgaufschwung am Reck, Überschlag vom Kasten auf die dicke Matte…

Andernorts wird gemalt, gebastelt, gefilzt… Fr. Prof. Wimmer und ihren Schützlingen gehen die kreativen Ideen nicht aus.

An anderen Nachmittagen werden Ballspiele mit Herrn Prof. Schürz und Hockey mit Herrn Prof. Reitter angeboten. Die zur Wahl stehenden Aktivitäten variieren von Jahr zu Jahr ein bisschen. In den Vorjahren gab es auch ein Tabe-Theater mit Fr. Prof. Wurzrainer (mit Aufführung bei der Weihnachtsfeier der ersten Klassen), Terrassengestaltung (Hochbeete bauen) mit Fr.Prof.Puck, Tanzen mit Fr. Prof. Mader…

„Was ich an der TABE mag, ist, dass ich Sachen ausprobieren kann. Wenn ich zu Hause etwas machen will, müssen mich meine Eltern erst hinbringen und teuer ist es auch. In der TABE geht das automatisch“, meint ein Schüler.

„Ich bin froh, dass ich frei entscheiden kann, was ich mache. Wenn ich Beschäftigung brauch, dann krieg ich die, aber wenn ich einfach in der Bibliothek auf der Couch liegen mag, quatschen möchte oder Spiele mit anderen spielen will, kann ich das auch.“, entgegnet ein anderer.

An Möglichkeiten mangelt es in der TABE tatsächlich nicht, ob man nun im TABE-Raum im 1.Stock Tischtennis oder Billard spielen möchte oder in der neu gestalteten TABE-Wohnung seine Zeit verbringen möchte. Ein Lernraum, ein Bewegungsraum und ein Ruheraum bieten für jeden etwas.

Im Schulhof spielen Kinder Fußball. „Mit den Lehrern Fußball zu spielen ist schon ein witziges Gefühl“, sind sich die Schüler einig. Rollerfahren, Inlineskaten und Waveboardfahren sind draußen ebenfalls groß im Rennen.

Währenddessen lassen sich andere Tabe-Schüler im TABE-Garten auf der Terrasse sonnen, allerdings nicht auf einer Liege, sondern beim Gartenarbeiten. Gemeinsam mit Fr. Prof. Spitaler wollen sie Blumen und Gemüse pflanzen und ihnen beim Wachsen zusehen. Beim grünen Daumen ihrer Mentorin kann gar nichts schiefgehen. Viele Tabe-Schützlinge machen hier ihre ersten Versuche, mit dem Anpflanzen und Ernten von Gemüse und Blumen sind nur wenige vertraut.

Und dann gibt es noch die Weihnachts- und Faschingsfeier der Tabe, Ausflüge und Theaterbesuche. Beim Schäxpir-Festival werden die Tabe-Kinder mit ihren Lehrern wieder dabei sein und Vorführungen besuchen, ebenso wie das vor zwei Jahren schon der Fall war.

Der soziale Aspekt spielt in der Tabe eine große Rolle. Gemeinsam mit Gleichaltrigen zu lernen und die Freizeit zu verbringen schweißt zusammen. Es entwickeln sich Freundschaften, bestehende werden vertieft.

Montags bis donnerstags um 17 Uhr bzw. am Freitag um 16 Uhr heißt es aber dann trotzdem sich verabschieden, auch für diejenigen, die schon ihre Eltern angerufen haben, ob sie länger bleiben dürfen und für diejenigen, denen es auch nach einem Tabe-Semester am Freitag noch schwerfällt, um 16 Uhr zusammenzupacken. Manche Schüler besuchen sogar in der 4.Klasse noch die Tabe, und das freiwillig. Warum? „Mir taugt`s einfach“, erklärt einer von ihnen.

Andrea Mader, Tabe-Leitung

(MD)

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