Thema: Organspende

Im vergangenen Jahr wurden in Innsbruck, Wien, Graz und Linz etwa 800 Transplantationen durchgeführt, wobei die durchschnittliche Wartezeit abhängig vom Spenderorgan zwischen drei Monaten und über drei Jahren beträgt. Univ.-Prof. Dr. Udo Illievich, Leiter des Departments für Intensivmedizin am Kepler-Universitätsklinikum, informierte uns über die gesetzlichen Regelungen der Transplantationsmedizin.

In Österreich ist die Erfolgsaussicht ein passendes Spenderorgan zu erhalten sehr groß. In Deutschland ist man sehr lange auf der Warteliste, im Durchschnitt zwischen 6 und 7 Jahren.

Woher kommen diese Unterschiede? In Österreich gilt die Widerspruchslösung, das bedeutet, dass grundsätzlich jeder nicht im Widerspruchsregister Eingetragene zum Organspender werden kann. Als Widerspruch wird aber auch eine Patientenverfügung oder eine glaubhafte mündliche Aussage naher Angehöriger akzeptiert. Die Widerspruchslösung gilt in den meisten EU-Staaten (19 Länder); die Zustimmungslösung („Organspenderausweis“) gilt in 9 Ländern, so auch in Deutschland.

Als Organspender geeignet sind Personen, bei denen der Hirntod diagnostiziert wurde. Diese Diagnose muss von zwei voneinander unabhängigen Ärzten gestellt werden. Abschließend teilten der mit einem transplantierten Herz lebende Günter Berlesreiter und der Spendernierenempfänger Christian Deimel ihre Geschichte mit uns.

Herr Deimel erhielt 2016 eine Niere, die er fortan als „Josefine“ bezeichnete. Der Patient erholte sich sehr gut und gewann wieder enorm an Lebensqualität. Dies unter anderem auch deshalb da nun die zeitaufwändige Dialyse und deren Nebenwirkungen wegfielen.

Herr Berlesreiter unterzog sich im Jahr 1988 einer Herztransplantation. War er vorher oft nicht mehr in der Lage alleine aufzustehen, da ihm die Kraft fehlte, war er nur 5 Wochen nach diesem Eingriff wieder leistungsfähig. Nach der Transplantation war es ihm auch wieder problemlos möglich seinen geliebten Tischtennissport auszuführen.

Sein Appell an uns Schüler war, auf unsere Gesundheit zu achten und auf unseren Körper zu hören.

Beide Herren zeigen eine große Dankbarkeit und Demut für die Spender und der Möglichkeit sich einer Transplantation zu unterziehen.

Danke an Herrn Hubert Kehrer, den Initiatior und Sprecher der Organisation Transplantforum OÖ, der uns diesen informativen Nachmittag für das WPG Biologie 6. & 7. Klasse sowie Nawi im Fokus ermöglichte.

Mia, Nora, Pia & Vivien

(LM)

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